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Software für die technische Betriebsführung: vom Alarm zum Nachweis

Assets, Alarme, Tickets und Service Level Agreements laufen an derselben Anlage zusammen. Reaktions- und Lösungszeiten werden dadurch messbar, statt geschätzt zu werden.

Die technische Betriebsführung gehört zum Bereich O&M von Business Essentials RE, der Branchenlösung für Wind- und Solarparks auf Microsoft Power Platform. Der Bereich ist einzeln einsetzbar.

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Drei Systeme, eine Störung

Der Alarm steht im Monitoring. Das Ticket in einem zweiten System. Der Anlagenstammsatz in einer dritten Liste. Jedes davon führt seine eigene Bezeichnung für dieselbe Komponente.

Solange jemand alle drei im Kopf hat, funktioniert es. Es funktioniert nicht mehr, wenn drei Monate später gefragt wird, wie lange die Reaktion gedauert hat. Dann beginnt die Rekonstruktion aus Mailverläufen.

Am Ende steht eine Schätzung. Und eine Schätzung ist kein Nachweis gegenüber einem Kunden, der eine Reaktionszeit vertraglich vereinbart hat.

Was sich ändert

Das Monitoring bleibt, wo es ist, und liefert die Alarme. Führend für die Bearbeitung wird das Ticketing. Beide sprechen über dieselbe Anlage.

Eine Anlagenstruktur, die Sie festlegen

Standort, Anlage, Teilanlage, Komponente: die Hierarchie ist frei definierbar und über Assettypen konkretisiert. Ein vorkonfigurierter Katalog mit 4 Kategorien liegt bei.

Der Alarm wird qualifiziert, nicht sofort bearbeitet

Die Leitwarte prüft zuerst, ob ein Kommunikationsfehler oder ein echter Anlagenfehler vorliegt. Erst danach entsteht ein Ticket. Das hält die Bearbeitungsliste sauber.

Zeiten werden gemessen, nicht geschätzt

Fünf Zeitstempel je Vorgang, vom Alarm bis zum Abschluss. Die Originalzeitpunkte aus dem Monitoring werden mitgeführt, unabhängig davon, wann das Ticket angelegt wurde.

Das SLA ist belegbar

Je Ticket entsteht eine eigene Messung mit Status laufend, pausiert, eingehalten oder verletzt. Betriebszeitfenster und Wartezustände sind darin berücksichtigt.

[BILD: Ticket mit Alarmbezug und Zeitstempelkette]

So arbeitet das Modul

Assets sind der technische Kern

Die Asset-Hierarchie ist frei definierbar und wird über Assettypen konkretisiert, etwa Wechselrichter, String, Zähler oder Umspannwerk. Anzahl und Granularität legen wir gemeinsam im Projekt fest.

  • Lifecycle-Informationen wie in Betrieb, außer Betrieb oder ersetzt
  • Meilensteine sowie Freigabe- und Stichtagsdaten
  • Prüf- und Wartungszyklen mit Intervall, Startdatum und nächstem Termin
  • Dokumente wie Datenblätter, Abnahmeprotokolle und Wartungsberichte
  • Technische Parameter, Seriennummern und Zählerstände
  • Eine Timeline für Änderungen und Ereignisse

Am Asset hängen außerdem die Verträge: Kundenaufträge, Einkaufsaufträge sowie Nutzungs- und sonstige Verträge. Störung, geplante Maßnahme und vertraglicher Kontext stehen damit im selben technischen Bezug.

Ein Assetkatalog liegt bei

Für den Einstieg ist ein vorkonfigurierter Katalog enthalten, gegliedert in 4 Kategorien. Die Kategorien schließen einander nicht aus: ein Hybridstandort nutzt mehrere auf derselben Infrastruktur. Der Katalog ist erweiterbar.

  • Typübergreifend: Standort, parkinterne Verkabelung, AC-Verteilung, Mittelspannungsschaltanlage, Trafostation, Übergabestation und Umspannwerk, Zähler und Messtechnik, Monitoring, Zuwegung, Einzäunung und Sicherheitstechnik
  • Photovoltaik: PV-Park
  • Wind: Windpark, Windenergieanlage als Einheit mit Vertrag, Vollwartung und zugesicherter Verfügbarkeit, optional Messmast
  • Batteriespeicher

Woher die Anlagen kommen

Assets entstehen nicht mit dem Betriebsbeginn, sondern deutlich früher. Ein Windpark hat seine Anlagentypen und Nabenhöhen bereits in der Genehmigungsplanung.

Aus der eigenen Projektentwicklung. Wird das Modul Develop eingesetzt, entsteht die Anlage dort und wird im Betrieb als derselbe Datensatz weitergeführt. Anlagentyp und Auslegung, Komponenten mit Datenblättern und Zertifikaten, Netzanschluss mit Umspannwerk, die Zuordnung zu Flurstücken und Nutzungsverträgen sowie die Errichtungshistorie sind mit der Inbetriebnahme bereits vorhanden.

Aus Zukauf oder Fremdentwicklung. Der Anlagenbestand wird beim Onboarding aufgebaut. Grundlage sind der mitgelieferte Assetkatalog, die Übergabeunterlagen, das Monitoringsystem und gegebenenfalls das System des Voreigentümers.

Alarm, Qualifizierung, Ticket

Ein Alarm ist zunächst ein Signal. Er wird immer dem betroffenen Asset zugeordnet, mindestens der Anlage, auf Wunsch bis auf Komponentenebene. Die Leitwarte qualifiziert ihn, bevor daraus ein Vorgang wird.

Tickets entstehen auf mehreren Wegen: automatisiert aus einem Monitoring-Alarm, manuell über Telefon oder E-Mail oder aus den Feststellungen eines Wartungsberichts. Ein Bericht kann mehrere Tickets auslösen.

Jedes Ticket trägt die betroffene Anlage, den Startzeitpunkt des Ereignisses, eine Kurzbeschreibung, seine Priorität und die Referenz zur Quelle. Der Status folgt einem einfachen Verlauf von neu über in Bearbeitung bis erledigt.

Die Schnittstelle zum Monitoring

Das Monitoringsystem liefert die Alarmdaten als strukturierte Felder und stößt daraus die Ticketanlage an. In die Gegenrichtung geht eine Rückmeldung, damit im Monitoring sichtbar wird, ob ein Vorgang angekommen und erledigt ist.

  • Feldabgleich zwischen Monitoring und Ticket: Alarmtyp, betroffene Geräte, Zeitstempel, Störungsdauer
  • Eindeutige Referenzen über Alarm-ID, Ticket-ID und Assetbezug
  • Statusrückmeldung an das Monitoring, mindestens angenommen, optional erledigt
  • Synchronisation je nach Anforderung, von nahezu in Echtzeit bis einmal täglich

Organisatorisch ist eine Frage vorab zu klären: wo der digitale Zwilling führend gepflegt wird und wie Änderungen synchron bleiben. Diese Festlegung entscheidet über die Datenqualität im laufenden Betrieb.

Service Level Agreements, die sich messen lassen

Die Vereinbarung ist mit dem Serviceauftrag verknüpft und bündelt zwei Teile: die Regeln, wann sie greift, und die Ziele, die gemessen werden.

Die Regeln legen den Geltungsbereich fest, also Kunde, Ticketkategorie, Priorität und Region. Dazu Kalender und Betriebszeitfenster samt regionalem Feiertagskalender, die Startlogik, Pausenregeln für Wartezustände wie wartet auf Ersatzteil und die Eskalation bei 80 oder 90 Prozent der Zielzeit.

Die Ziele beschreiben Start- und Endereignis sowie die maximale Dauer:

  • Reaktionszeit bis zur Übernahme durch einen Verantwortlichen
  • Qualifizierungszeit bis zur Bestätigung durch die Leitwarte
  • Behebungszeit bis zur dokumentierten Lösung
  • Rückmeldezeit bis zur Meldung an Quelle oder Kunde
  • Wiederherstellungszeit bis zum Normalzustand der Anlage, optional

Die Instanz ist die konkrete Messung eines Ziels für ein bestimmtes Ticket. Sie entsteht automatisch, führt die tatsächlich gemessene Zeit und zeigt, ob das Ziel voraussichtlich erreicht wird.

Wiederholfehler früh erkennen

Regeln weisen auf Auffälligkeiten hin, etwa mehr als 5 Tickets an einem Asset innerhalb eines definierten Zeitraums. Das ist kein Betriebsstatus, sondern ein Indikator, der ein wiederkehrendes Problem früh sichtbar macht.

Die Karte als Einstieg in der Leitwarte

Anlagen und Umspannwerke werden mit ihrer Position dargestellt, gemeinsam mit den zugehörigen Flächen. Die Flyouts sind je Assettyp ausgeprägt, zu einer Anlage erscheinen andere Angaben als zu einem Umspannwerk.

Aus dem Flyout springen Sie in das Asset und von dort zu den verknüpften Tickets, Alarmen und Arbeitsaufträgen. Der räumliche Kontext hilft bei der Einordnung: Nachbaranlagen und ein gemeinsamer Netzanschluss deuten oft darauf hin, ob eine Einzelstörung oder ein übergreifendes Ereignis vorliegt.

Zwei Dashboards für den Tagesbetrieb

Das Dashboard Customer Service zeigt offene Tickets nach Status und Priorität, überfällige und eskalierte Vorgänge, drohende und eingetretene SLA-Verletzungen sowie neue Alarme. Das Dashboard Asset Management zeigt Anlagen mit fälligen Prüfterminen, gehäuften Tickets und ihrem Betriebsstatus. Aus jeder Kachel springen Sie in den Datensatz.

[BILD: SLA-Instanz mit Statusverlauf und Betriebszeitfenster]

Die 5 Zeitpunkte, auf die es ankommt

Ohne diese Kette ist jede Aussage über Reaktionszeiten eine Erinnerung. Mit ihr ist sie eine Auswertung.

1. Alarmzeitpunkt

Wann der Alarm im Monitoringsystem ausgelöst wurde. Dieser Zeitpunkt wird immer mitgeführt, auch wenn das Ticket später entsteht.

2. Bestätigung

Wann die Leitwarte den Alarm geprüft und als relevant bestätigt hat.

3. Ticketanlage

Wann der Vorgang im führenden System angelegt wurde. Das kann dem Alarm zeitlich nachgelagert sein, und genau deshalb zählt Punkt 1 gesondert.

4. Bearbeitungsstart

Wann die operative Bearbeitung beginnt, also Analyse, Disposition oder Einsatzplanung.

5. Ticketabschluss

Wann der Vorgang gelöst und geschlossen wurde, einschließlich Rückmeldung an das Monitoringsystem.

Aus diesen Zeitpunkten entstehen die SLA-Messung, die Auswertung von Reaktionszeiten je Priorität und die Antwort auf die Frage, ob ein Monitoring-Ausfall den Ertragsausfall vergrößert hat.

Wo die technische Betriebsführung im System steht

Business Essentials RE ist modular aufgebaut. Die Module sind drei Bereichen zugeordnet und unabhängig voneinander nutzbar. Sie entscheiden, womit Sie anfangen.

O&M  ·  Betrieb und Instandhaltung

Hier steht die technische Betriebsführung, gemeinsam mit der Instandhaltung, der Erlössicherung und der Gesellschafterverwaltung.

Technische Betriebsführung (diese Seite)  ·  Instandhaltung und Einsatzplanung  ·  Redispatch-Entschädigung  ·  Kommanditistenverwaltung

Develop  ·  Projektentwicklung und Bau

Flächensicherung, Genehmigung, Terminplanung und Errichtung. Die Anlagen entstehen hier als Datensatz und werden im Betrieb weitergeführt.

Bau und Errichtung

Common  ·  Übergreifende Module

Kontakte, Verträge, Einkauf, Fakturierung und Finanzmanagement. Diese Module stehen allen Bereichen zur Verfügung.

Finanzsteuerung im Projekt  ·  Wire und Mittelabruf

Was das Modul nicht tut

Wir sagen das lieber vorher als in der Demo.

  • Es ersetzt kein Monitoring- oder SCADA-System und keine Fernwirktechnik. Diese Systeme liefern die Alarme und bleiben bestehen.
  • Es führt keine Zustandsanalyse und keine Ertragsprognose aus Messwerten.
  • Es enthält kein Permit-to-Work-System und keine Verwaltung von HSE-Zertifikaten.

Zur Übersicht: apptech Business Essentials RE →

Wie lange hat die Reaktion beim letzten Ausfall gedauert?

In 15 Minuten zeigen wir Ihnen einen Alarm, das daraus entstandene Ticket mit seiner Zeitstempelkette und die zugehörige SLA-Messung. Danach wissen Sie, ob es zu Ihrer Leitwarte passt.

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Oder rufen Sie an: +49 201 8127 334

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